Eine verständliche Einordnung, die Druck herausnimmt
Viele Menschen googeln „Bindungsstörung“, weil sie merken: In Beziehungen wiederholt sich etwas.
Nähe fühlt sich schwierig an. Vertrauen kippt schnell. Man wird unsicher, kontrollierend, überangepasst oder plötzlich ganz weit weg.
Und oft kommt dann der nächste Schritt: Man stellt sich selbst infrage.
Was stimmt nicht mit mir. Warum bin ich so.
Auch hier gilt: Der Mensch ist grundsätzlich gut.
Und Selbstinfragestellung ist selten die Lösung. Sie ist oft schon ein Teil des Problems, weil sie den inneren Druck erhöht und den Blick auf das Wesentliche verstellt.
Der Leuchtturm hilft als Bild: Orientierung entsteht nicht durch härtere Selbstkritik.
Orientierung entsteht, wenn etwas in Ihnen wieder ruhig und verlässlich leuchten darf.
Was „Bindung“ eigentlich meint
Bindung ist das Bedürfnis, sich sicher zu fühlen in Beziehung.
Nicht nur im Kopf, sondern im ganzen System.
Wenn Bindung sicher ist, kann man Nähe genießen, Konflikte aushalten, und trotzdem bei sich bleiben.
Wenn Bindung unsicher erlebt wurde, reagiert das Nervensystem schneller mit Alarm, auch dann, wenn man es gar nicht will.
Bindungsstil, Bindungsmuster, Bindungsprobleme
Im Alltag sprechen viele von Bindungsstilen oder Bindungsmustern.
Das ist oft hilfreicher als ein hartes Etikett, weil es Bewegung erlaubt.
Ein Muster kann sein:
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ich brauche viel Nähe und viel Bestätigung
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ich halte lieber Abstand, weil Nähe sich unberechenbar anfühlt
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ich schwanke zwischen Klammern und Rückzug
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ich werde in Beziehung schnell überflutet oder innerlich taub
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Muster sind keine Schuldfrage.
Sie sind Schutzlösungen, die irgendwann Sinn gemacht haben.
Was bedeutet „Bindungsstörung“ im ICD-10 Kontext
Der Begriff „Bindungsstörung“ hat im ICD-10 einen klaren Bezug zur Kindheit und Jugend.
Dort geht es um frühe Entwicklung und die Frage, ob ein Kind stabile Bindung überhaupt aufbauen konnte.
Das ist wichtig, weil Erwachsene beim Googeln oft denken: Dann muss ich das also haben.
In der Praxis ist es häufig anders: Erwachsene leiden nicht an einem Begriff, sondern an wiederkehrenden Beziehungserfahrungen, innerer Unruhe, Misstrauen, Angst vor Nähe oder Verlust, und einem brüchigen Selbstwert.
Darum ist für die therapeutische Arbeit meist entscheidender:
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Was erleben Sie heute.
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In welchen Situationen kippt es.
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Was brauchen Sie, damit Ihr System wieder sicherer wird.
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Woran Sie merken, dass Unterstützung sinnvoll sein kann
Professionelle Begleitung kann hilfreich sein, wenn Sie zum Beispiel merken:
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Beziehungen fühlen sich immer wieder anstrengend oder unsicher an.
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Sie verlieren sich in Nähe oder Sie verlieren Nähe durch Rückzug.
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Sie erleben starke Angst vor Verlassenwerden oder starke Abwehr gegen Verbindlichkeit.
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Konflikte wirken übergroß, auch wenn sie objektiv klein sind.
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Sie zweifeln dauerhaft an sich, obwohl Sie im Außen „funktionieren“.
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Ihr Körper reagiert stark, mit Anspannung, innerem Druck, Schlafproblemen oder Erschöpfung, ohne dass Sie das gut steuern können.
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Es geht dabei nicht um Schuld und nicht um „falsch“.
Es geht um Entlastung, Verstehen und neue Handlungsmöglichkeiten.
Was Therapie hier konkret leisten kann
Bindungsthemen verändern sich nicht durch gute Vorsätze.
Sie verändern sich durch neue Erfahrungen von Sicherheit, Klarheit und Selbstwirksamkeit.
Therapie bedeutet dann oft:
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Sie lernen, sich innerlich zu stabilisieren, bevor Sie sich in Beziehung verlieren.
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Sie erkennen, welche Muster anspringen und was sie schützen wollen.
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Sie entwickeln Grenzen, die sich nicht hart anfühlen, sondern stimmig.
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Sie kommen aus der Selbstinfragestellung heraus, hinein in einen freundlicheren Blick auf sich.
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Ein zentraler Baustein meiner Arbeit ist die Ressourcen-State-Therapie.
Sie unterstützt dabei, innere Zustände zu ordnen, Zugang zu Ressourcen zu finden und das Nervensystem zu beruhigen, damit Veränderung überhaupt möglich wird.
Je nach Anliegen können körperorientierte und hypnotherapeutische Vorgehensweisen ergänzend sinnvoll sein, immer transparent, immer in Ihrem Tempo.
So können Sie starten
Ich arbeite in meiner Privatpraxis in Dieburg bei Darmstadt als Heilpraktiker für Psychotherapie.
Wenn Sie möchten, beginnen wir mit einem kostenfreien telefonischen Erstgespräch. Dort klären wir Ihr Anliegen, die Passung und die nächsten Schritte.
Psychotherapie ist in meiner Praxis eine Selbstzahlerleistung.
Regelmäßige Termine in Präsenz sind in der Regel um 14 Uhr, 16 Uhr und 18 Uhr möglich.
Kostenfreie telefonische Erstgespräche können jederzeit online gebucht werden.
Nach einer ersten Sitzung in Präsenz kann, wenn es fachlich und praktisch passt, auch eine Online-Sitzung per Zoom möglich sein, mit Ihrem Einverständnis.